Wir sind mitten im Wahlkampf für die neuen Bürgermeister, Stadt- und Provinzialparlamente. Die Regierungspartei fährt mit allem auf und mobilisiert die Massen. Menschen aus Alteneinrichtungen bis hin zu Kindergärten sieht man im Bus mit ihren hellgrünen Fähnchen und Transparenten auf den Weg zu Kundgebungen. Das Hauptthema in Quito ist und bleibt der Verkehr. Man steht mehr als man fährt.
Zwar hat es deutliche Verbesserungen gegeben. Neue Straßen sind gebaut worden, vor allem Richtung neuer Flughafen unten im Tal 45 km weit weg. Es fehlen noch zwei wichtige Entlastungswege, die derzeit gebaut werden. Dazu müssen aber Berge bewegt werden. Es sind Riesenunternehmen, die Zeit kosten, obwohl Tag und Nacht die LKWs Erde und Steine transportieren. Aber besonders in der Stadt werden die Straßen durch qualmende Busse einerseits, durch PKW, in denen meist nur einer sitzt, verstopft.
Quito ist eine 2 Mio.-Stadt und ca. 65 km lange aber nur 4 - 6 km schmale Stadt in einer Wanne des Pichinchavulkans. Weiter unten im Andental breitet sich die Stadt weiter aus. Die Menschen wohnen in 2.400 - knapp über 3.000 m Höhe.
In der Vergangenheit wurden 3 Buslinien eingeführt, die auf eigenen Linien die wichtige Nord-Süd-Verbindung bedienen. Von dort gehen kleinere Busse zu den einzelnen Wohngebieten. Diese großen Buslinien sind aber überlastet und teilweise veraltet und reparaturanfällig.
Die Regierung setzt auf die begonnene Metro und es wird an Plänen gearbeitet, diese zu verlängern. Doch dabei ist noch mit erheblichen Schwierigkeiten zu rechnen, wenn es durch die Stadtkern geht. Wir liegen am Rand eines Bergmassives, an dem Flüsse entsprungen sind, die teilweise zugeschüttet wurden. Da kann so manche Überraschung kommen, die technisch schwierig sein könnte.
Ein anderes Thema ist "Pico y Placa". Autos dürfen je nach Endnummer einen Tag in der Woche zu den Stoßzeiten nicht fahren. Dazu wurden eine hohe Zahl von Polizisten zur Überwachung eingesetzt. Geht da die Kosten-Nutzen-Rechnung wirklich auf?
Andere befürworten eine Schwebebahn oder Kabinenbahn ähnlich einer Seilbahn. Das haben Schweizer Firmen aufgebracht, die eine Verbindung vom Neuen Flughafen nach Quito schaffen wollten. Damit wäre der Straßenverkehr erheblich entlastet worden. Es geht um den Einsatz von Solarenergie, was der Luft von Quito nur gut tun würde.
Wer auch immer nach den Wahlen im Amt ist, das größte Problem ist der Verkehr. Da gilt es bestehende Pläne und langfristige Planungen weiterzuführen und neue zu eröffnen. Die Zeit kurzfristiger, billigerer Lösungen ist aber vorbei, die man etwa in einer Legislaturperiode bewerkstelligen konnte. Mit solchen Projekten wie Tunnelbau und Elektrobuslinie haben vorige Bürgermeister ihren Weg als späterer Staatspräsident vorbereitet und sich einen Namen gemacht. Aber eines ist auch klar: Die Autolobby ist fest installiert in Ecuador und da Alternativen zu verwirklichen, ist fast unmöglich. Auch hierzulande regiert Geld die Welt.
Mittwoch, 22. Januar 2014
Sonntag, 5. Januar 2014
Finanzielle Aussichten in Ecuador für 2014
Das Handelsvolumen Ecuadors hat sich in den letzten Jahren beträchtlich geändert und ist gestiegen, aber die Bilanz hat sich seit 2008 immer mehr ins Defizit verlagert. Es ist nicht beängstigend mit etwas über einer Mrd. Dollar, aber wir waren vor der Regierung Correa im Plus. Es wurde damals deutlich weniger ein- als ausgeführt.
Die Regierung regiert im chronischen Geldmangel. Sie hat über Jahre große Ausgaben getätigt. Das Straßennetz des Landes ist fantastisch verbessert worden. Der Verkehr und besonders die Zahl der kleinen LKWs hat sich mehr als verdreifacht. Das weist auf stark gestiegenen Handel hin. Aber das Wachstum hatte seinen Preis. Mit mehr Wohlstand ist auch der Anspruch gestiegen. Die Importe stiegen schneller. Die Regierung hat deswegen Restriktionen aufgebaut wie sie typisch sind für alle sozialistischen Regierungen der Geschichte. Die Zahl der Mobiltelefone sollte reduziert werden. Importierte Autos werden stärker besteuert. Damit stieg automatisch auch der Preis der im Lande selbst gebauten Fahrzeuge.
Doch die Handelsbilanzen muss man ein wenig näher betrachten, um das wirkliche Ausmaß zu verstehen: Die wirkliche Stütze des Wirtschaft sind nach wie vor Exporte von Bananen mit 9%, Krabben mit 7%, Blumen mit 3% und Kakao mit 2%. Diese Produkte stammen aus arbeitsintensiven Betrieben und haben Zukunft. Bei Kakao ist Ecuador inzwischen wieder die Nummer 6 der Weltlieferanten. Aber alle diese Wirtschaftszweige sind an den Rand gedrängt worden durch das Erdöl und daraus hergestellte Produkte mit 57% der Gesamtexportleistung. Ecuador hängt vom Erdöl ab und das Ende ist abzusehen. Was kommt danach? Auf dem Gebiet der Zukunftssicherung wird derzeit zu wenig getan. Öl aus dem Yasuni- Naturschutzpark verschiebt das Ende nur um einige Jahre.
Aber eine andere Entwicklung beruhigt noch mehr. Der Staat hat sich Gelder aus der Rentenkasse für seine ehrgeizigen Projekte geliehen. Wann wird dieses Geld für die Zukunft der Menschen hier zurückgezahlt. Der gute Wille ist da, aber der Staat hat weiter ehrgeizige Ziele. Auf der anderen Seite wurde das soziale in der letzten Zeit weiter ausgespannt bei nur wenig verbesserten Einnahmen: Jetzt sind automatisch die Kinder bis 18 Jahre mitversichert und die Ehefrau gegen einen gering höheren Satz. Defizit von ca. 2,5 Mrd. Dollar im letzten halben Jahr. Dann wurden die Renten erhöht. Das Defizit hier über 5 Mrd. Dollar.
Der Staat hat auch das Gesundheitssystem für den Rest der Bevölkerung angeblich zu 100% kostenfrei übernommen. Die staatlichen Häuser bekommen aber nicht genügend Personal und auch da ist Vieles im Argen.
Und da wären die Subventionen zu nennen bei Gas und Sprit. Diese milliardenfach Subventionierung muss endlich aufhören. Doch wenn der Spritpreis steigt, steigen alle Preise im Lande und dann auch die Löhne.
Ecuador ist im Aufbruch begriffen. Der Fortschritt ist überall spürbar und sichtbar. Aber die Rechnung werden wir in der nächsten Zeit, vielleicht im Jahre 2014 präsentiert bekommen.
Die Regierung regiert im chronischen Geldmangel. Sie hat über Jahre große Ausgaben getätigt. Das Straßennetz des Landes ist fantastisch verbessert worden. Der Verkehr und besonders die Zahl der kleinen LKWs hat sich mehr als verdreifacht. Das weist auf stark gestiegenen Handel hin. Aber das Wachstum hatte seinen Preis. Mit mehr Wohlstand ist auch der Anspruch gestiegen. Die Importe stiegen schneller. Die Regierung hat deswegen Restriktionen aufgebaut wie sie typisch sind für alle sozialistischen Regierungen der Geschichte. Die Zahl der Mobiltelefone sollte reduziert werden. Importierte Autos werden stärker besteuert. Damit stieg automatisch auch der Preis der im Lande selbst gebauten Fahrzeuge.
Doch die Handelsbilanzen muss man ein wenig näher betrachten, um das wirkliche Ausmaß zu verstehen: Die wirkliche Stütze des Wirtschaft sind nach wie vor Exporte von Bananen mit 9%, Krabben mit 7%, Blumen mit 3% und Kakao mit 2%. Diese Produkte stammen aus arbeitsintensiven Betrieben und haben Zukunft. Bei Kakao ist Ecuador inzwischen wieder die Nummer 6 der Weltlieferanten. Aber alle diese Wirtschaftszweige sind an den Rand gedrängt worden durch das Erdöl und daraus hergestellte Produkte mit 57% der Gesamtexportleistung. Ecuador hängt vom Erdöl ab und das Ende ist abzusehen. Was kommt danach? Auf dem Gebiet der Zukunftssicherung wird derzeit zu wenig getan. Öl aus dem Yasuni- Naturschutzpark verschiebt das Ende nur um einige Jahre.
Aber eine andere Entwicklung beruhigt noch mehr. Der Staat hat sich Gelder aus der Rentenkasse für seine ehrgeizigen Projekte geliehen. Wann wird dieses Geld für die Zukunft der Menschen hier zurückgezahlt. Der gute Wille ist da, aber der Staat hat weiter ehrgeizige Ziele. Auf der anderen Seite wurde das soziale in der letzten Zeit weiter ausgespannt bei nur wenig verbesserten Einnahmen: Jetzt sind automatisch die Kinder bis 18 Jahre mitversichert und die Ehefrau gegen einen gering höheren Satz. Defizit von ca. 2,5 Mrd. Dollar im letzten halben Jahr. Dann wurden die Renten erhöht. Das Defizit hier über 5 Mrd. Dollar.
Der Staat hat auch das Gesundheitssystem für den Rest der Bevölkerung angeblich zu 100% kostenfrei übernommen. Die staatlichen Häuser bekommen aber nicht genügend Personal und auch da ist Vieles im Argen.
Und da wären die Subventionen zu nennen bei Gas und Sprit. Diese milliardenfach Subventionierung muss endlich aufhören. Doch wenn der Spritpreis steigt, steigen alle Preise im Lande und dann auch die Löhne.
Ecuador ist im Aufbruch begriffen. Der Fortschritt ist überall spürbar und sichtbar. Aber die Rechnung werden wir in der nächsten Zeit, vielleicht im Jahre 2014 präsentiert bekommen.
Donnerstag, 2. Januar 2014
Höhen und Tiefen der Planung für Shell
Hurra, wir haben heute
unsere Papieren im Gesundheitsministerium in Quito abgegeben und sie sind
akzeptiert worden. Endlich ist es soweit, wenn da nicht gleich wieder ein Aber
wäre. Jetzt warten wir darauf, dass unsere Stiftung anerkannt wird. Dann erst können
wir konkrete Dinge tun wie Geld sammeln und ans Eröffnen des Hospitales denken.
Warum hat das alles soooooo
lange gedauert?
Der absolut schwierigste
Teil waren nicht die Statuten. Dafür brauchten wir zwei Abende und einen
dritten, um die vorgeschriebene Menge für Stiftungssitzungen abzusitzen. Wir
sind 8 Mitglieder des Gründungsvorstandes aber nicht immer alle konnten dabei
sein. So beschränkten wir uns auf die Minimalzahl von 5 Gründungsmitgliedern.
Und so fuhr ich mehrfach in Quito hin und her. Doch die meisten Unterschriften
mussten nochmals eingeholt werden, weil sich zwischendurch die Regeln änderten
und so wichtige Neuerungen eintrafen, dass die Mitglieder in alphabetischer
Reihe aufgeführt werden mussten. Das war unser Tun am ersten Weihnachtsfeiertag.
Und wirklich, alle spielten mit, waren sie doch alle zuhause.
Das größte Hindernis aber
war das Geld: Für eine Stiftung müssen mindestens $ 4000,- auf ein Sperrkonto
gezahlt werden - wieder die Teilnehmer alphabetisch aufgeführt werden mit
klarer Angabe, woher das Geld stammt. (Angst vor Geldwäsche). Aber bei 6 Banken
in Ecuador stießen wir auf Ablehnung. Alle wollten wissen, ob wir den Namen
"Misión Cristiana de Salud" auch wirklich benutzen können. Wir
wählten bewusst einen Namen, der so breit wie möglich war und uns für später
Möglichkeiten offen ließ. Es gibt ein offizielles Verzeichnis von Firmen und
Stiftungen. Da war unser Name nicht vergeben. Aber die Banken verlangten eine
offizielle Bescheinigung. Weder das Sozial - noch das Gesundheitsministerium
gaben uns aber eine solche Bescheinigung. Dann sollte die Bankenaufsicht
eingeschaltet werden, dann die staatliche Wirtschaftskammer. Aber alle diese
Behörden gaben uns keine Bescheinigungen. Schließlich ging es dann doch über
familiäre Beziehungen zur Chefetage einer Bank. Nach über 5 Wochen durften wir
dann endlich das Geld einzahlen und hielten das heiß ersehnte Papier in der
Hand. Jetzt aber brauchten wir davon 3 beglaubigte Kopien. Die gab uns die Bank
nicht mit der Begründung, sie wurde ja auch von keinem Scheck beglaubigte
Kopien machen. Also zum Notar. Doch genau zum Jahresende gab es dort einen
großen Wechsel. Die Regierung will die Notare besser kontrollieren und so
bekamen neue Notare die Zulassung, andere mussten schließen. In der Zeit arbeitete
kein Notar. Und so haben wir am 02. Januar 2014 nach 2 1/2 Monaten Arbeit
unsere Papiere heute abgegeben: Schon seit Wochen haben wir zu der zuständigen
Anwältin im Gesundheitsministerium Kontakt aufgenommen. Sie sollte die Papiere
entgegen nehmen. Heute durften wir die Papiere abgeben, aber die Anwältin war
zum Jahresende entlassen worden. Und
außerdem sei viel ihrer Arbeit liegen geblieben. Unsere Anerkennung wird nun
doch etwas länger dauern. Doch sind wir froh, dass wir nicht vor Sylvester abgegeben
haben und unser Antrag vielleicht einfach verschwunden wäre.
Damit rückt unser Zeitplan
der Eröffnung des Hospitales im April in erreichbare Nähe,. auch wenn es am
Ende doch wieder eng werden dürfte. Danke für alle Begleitung unseres Weges im
Gebet.
Sonntag, 29. Dezember 2013
Das Hospital Vozandes del Oriente schließt die Türen
Die letzten Tage des Hospitales waren nochmals voller Patienten, die den Warteraum füllten. Seit Wochen werden wir mit zwei Fragen bedrängt, die jeder, aber auch jeder Patient ohne Anfrage stellt.
1) Warum macht die Mission so ein wichtiges Hospital zu?
2) Wann macht ihr wieder auf?
Und dann müssen wir uns ungefragt anhören, was in den nahen staatlichen Häusern alles schief läuft, wie viele Patienten gestorben sind. Auf der Straße hält uns eine Frau an und zeigt auf ihre verwundete Hand. Sie kann 2 Finger überhaupt nicht beugen, also sind 4 Sehnen durchtrennt worden und bisher hat das bei der Versorgung keinen gemerkt. Das würde sich schon geben, wurde ihr gesagt. Ein Junge mit offenem Knochen und Infektion war 4 Wochen im staatlichen Hospital. Der Knochen ist offen sichtbar, aber außer einem Antibiotikum gibt es keine weitere Therapie. Wir könnten die Reihe der Beschwerden beliebig weiterführen. Es gibt keinen Zweifel, dass das staatliche Gesundheitssystem völlig überlastet und unzureichend ist.
Aber hier im Hospital Vozandes ist erst einmal Schluss. Der große Schock ist das jetzt nicht. Den gab es vor 3 Monaten bei der Schließung der stationären Behandlung. Jetzt waren die Mitarbeiter vorbereitet und haben den Abschluss bei allen Tränen zelebriert. Jetzt wissen sie auch von der Hoffnung der Wiedereröffnung.
Da wurden nach vielen Gebeten Luftballons in den Himmel fliegen gelassen als Zeichen, dass der Himmel uns erhören möge.
Da wurde ein Kuchen gebacken in Form des Hospitales, mit unserem Krankenwagen davor, einem ankommenden Hubschrauber, den Bussen, die Patienten bringen, dem Rasen und den Blumen drum herum. Der Zuckerguss hatte die Farben des Hospitales mit Fenstern und Türen in allen Gebäuden. Das Meisterwerk war mit so viel Liebe gemacht, dass am Schluss der Feier keiner SEIN HOSPITAL essen wollte. Es steht noch da für weitere Abschlussreden und Erinnerungen in der nächsten Woche.
Jetzt stehen die Gebäude ungebraucht und im Dunkeln. Nur ein Wächter dreht allein seine Runden, denn nun besteht Diebstahlgefahr. Es sind noch beträchtliche Werte an Instrumenten und medizinischen Geräten vorhanden. Das ist jetzt Aufgabe von HCJB, die zu beschützen.
Eine Ära geht zu Ende. Über 55 Jahre hat unsere Mission den Menschen der Region gedient, für uns sind es an diesen Weihnachten 24 Jahre geworden, die wir mit Shell verbunden sind.
Aber es gibt auch Hoffnung. Dieser Tage wird der Antrag auf Anerkennung als Stiftung eingereicht. Der Kaufpreis und die Rahmenbedingungen sind mündlich mit der Mission besprochen und genehmigt. Es fehlen noch die Genehmigung durch den HCJB-Vorstand und ein Vertrag. Aber das geht erst mit der Zahlung der ersten Rate.
Am Wochenende saß der Vorstand der Stiftung mit den wichtigsten Mitarbeitern des alten Hospitales zusammen, um über die Zukunft zu entscheiden und wie wir finanziell die wichtigsten Weichen stellen. Das gibt Hoffnung. Und tausende von Menschen beten mit uns und warten nur auf die Anerkennung, um beim Finanzamt gemeldet und ein Bankkonto eröffnet werden kann. Die Spannung wächst. Unsere Hoffnung ruht auf der Glaubensgewissheit, dass wir es schaffen werden, obwohl es ein wahnsinniger Plan ist, der ein hohes Risiko enthält. Wenn das nicht klappt, sind wir die größten Versager. Aber viele, die mit uns beten, bestätigen uns in diesem Weg, den wir mehr und mehr nicht alleine zu gehen haben, auch wenn wir noch die Truppe anführen müssen, hoffentlich nicht mehr lange.
1) Warum macht die Mission so ein wichtiges Hospital zu?
2) Wann macht ihr wieder auf?
Und dann müssen wir uns ungefragt anhören, was in den nahen staatlichen Häusern alles schief läuft, wie viele Patienten gestorben sind. Auf der Straße hält uns eine Frau an und zeigt auf ihre verwundete Hand. Sie kann 2 Finger überhaupt nicht beugen, also sind 4 Sehnen durchtrennt worden und bisher hat das bei der Versorgung keinen gemerkt. Das würde sich schon geben, wurde ihr gesagt. Ein Junge mit offenem Knochen und Infektion war 4 Wochen im staatlichen Hospital. Der Knochen ist offen sichtbar, aber außer einem Antibiotikum gibt es keine weitere Therapie. Wir könnten die Reihe der Beschwerden beliebig weiterführen. Es gibt keinen Zweifel, dass das staatliche Gesundheitssystem völlig überlastet und unzureichend ist.
Aber hier im Hospital Vozandes ist erst einmal Schluss. Der große Schock ist das jetzt nicht. Den gab es vor 3 Monaten bei der Schließung der stationären Behandlung. Jetzt waren die Mitarbeiter vorbereitet und haben den Abschluss bei allen Tränen zelebriert. Jetzt wissen sie auch von der Hoffnung der Wiedereröffnung.
Da wurden nach vielen Gebeten Luftballons in den Himmel fliegen gelassen als Zeichen, dass der Himmel uns erhören möge.
Da wurde ein Kuchen gebacken in Form des Hospitales, mit unserem Krankenwagen davor, einem ankommenden Hubschrauber, den Bussen, die Patienten bringen, dem Rasen und den Blumen drum herum. Der Zuckerguss hatte die Farben des Hospitales mit Fenstern und Türen in allen Gebäuden. Das Meisterwerk war mit so viel Liebe gemacht, dass am Schluss der Feier keiner SEIN HOSPITAL essen wollte. Es steht noch da für weitere Abschlussreden und Erinnerungen in der nächsten Woche.
Jetzt stehen die Gebäude ungebraucht und im Dunkeln. Nur ein Wächter dreht allein seine Runden, denn nun besteht Diebstahlgefahr. Es sind noch beträchtliche Werte an Instrumenten und medizinischen Geräten vorhanden. Das ist jetzt Aufgabe von HCJB, die zu beschützen.
Eine Ära geht zu Ende. Über 55 Jahre hat unsere Mission den Menschen der Region gedient, für uns sind es an diesen Weihnachten 24 Jahre geworden, die wir mit Shell verbunden sind.
Aber es gibt auch Hoffnung. Dieser Tage wird der Antrag auf Anerkennung als Stiftung eingereicht. Der Kaufpreis und die Rahmenbedingungen sind mündlich mit der Mission besprochen und genehmigt. Es fehlen noch die Genehmigung durch den HCJB-Vorstand und ein Vertrag. Aber das geht erst mit der Zahlung der ersten Rate.
Am Wochenende saß der Vorstand der Stiftung mit den wichtigsten Mitarbeitern des alten Hospitales zusammen, um über die Zukunft zu entscheiden und wie wir finanziell die wichtigsten Weichen stellen. Das gibt Hoffnung. Und tausende von Menschen beten mit uns und warten nur auf die Anerkennung, um beim Finanzamt gemeldet und ein Bankkonto eröffnet werden kann. Die Spannung wächst. Unsere Hoffnung ruht auf der Glaubensgewissheit, dass wir es schaffen werden, obwohl es ein wahnsinniger Plan ist, der ein hohes Risiko enthält. Wenn das nicht klappt, sind wir die größten Versager. Aber viele, die mit uns beten, bestätigen uns in diesem Weg, den wir mehr und mehr nicht alleine zu gehen haben, auch wenn wir noch die Truppe anführen müssen, hoffentlich nicht mehr lange.
Sonntag, 22. Dezember 2013
Auch das gibt es
Während hierzulande Weihnachten überall sichtbar ist, der "Geist von Weihnachten" bei Festessen von Klubs und Gesellschaften hervorgehoben wird, wo Kindergärten ganze Theater füllen und die Eltern vor der Bühne stehen, um ihre Kleinen zu filmen und wo in einem 90 Min Programm das Wort Jesus nur ganz selten vorkommt, dafür aber Weihnachtmänner, Rentiere und Clowns und Zauberer rumspringen, während auch hier die Häuser in bunten China-Lichterketten mit den neuesten Blinkeffekten leuchten, während dessen kommt eine Familie neu in unsere Gemeinde in Quito und fragt nach einer Predigt um ein persönliches Gespräch. Da stellt sich heraus, dass das Ganze wohl etwas länger dauern wird. So vereinbaren wir einen neuen Gesprächstermin:
Sie sind vor ca. 7 Jahren zum Glauben an Jesus Christus gekommen und gleich in eine Sekte geraten. In dieser Gruppe, einer Abspaltung von Pfingstlern aus den USA, haben sie recht schnell "Karriere" gemacht, wurden zu Kursen dorthin eingeladen und unter dem Motto "dem Herrn alles zu geben", haben sie ihr Geld mehr und mehr abgegeben. Schließlich wurde alles von ihnen verlangt. Da erst zögerten sie, weil ihr Gewissen ihnen etwas anderes sagte und sie inzwischen merkten, dass ihre Kinder langsam rebellisch wurden. Sie trennten sich von der Sekte, doch seitdem laufen Gerichtsverhandlungen in Ecuador wegen Grundstücksangelegenheiten und Verleumnungskampagnen gegen die Familie. Sie sind als Ehepaar am Ende. Sie fühlen sich persönlich verfolgt. Er ist Agraringenieur und dass er bei all dem Stress auch noch Zeit hat, für seine Familie Geld zu verdienen, ist ein Wunder.
Als sie sich von ihrer Sekte lösten, merkten sie, wie wenig sie von der Bibel wussten und meldeten sich auf einem pfingstlerischen theologischen Seminar an. Dort wuchsen, sie aber einer der Dozenten verkündigte die Befreiungstheologie. Er half ihnen aber, aus der Sekte raus zu kommen. In die politische Ecke wollte sie aber auch nicht abdriften. Deswegen kamen sie auf Anraten von Freunden zu uns in den Gottesdienst. Da fühlten sich nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Kinder gleich heimisch. Jetzt bitten sie um Hilfe aus zwei Gründen:
1) Persönliche Hilfe wegen der vielen Verletzungen. Sie brauchen auch persönlich mehr Bibelkenntnisse. Das Bisherige war viel zu wenig.
2) Was wird mit den 4 von ihnen gegründeten Gemeinden in Ecuador, zwei an der Küste, zwei im Hochland, alle zwischen 30 und gut 200 Mitgliedern? Aus einen 5. haben sie sich wegen der persönlichen Anschuldigungen zurückgezogen. Diese Gemeinden sind Ergebnis ihrer Arbeit in Ecuador und übriggeblieben aus dem Engagement der Sekte aus den USA. Es sind Gemeinden mit Laienpastoren, die noch viel weniger Ausbildung als dieses Ehepaar haben. Diese Gemeinden sind legal registriert und wachsen. Unser Ehepaar hat berichtet, mit welchen Problemen es zeitweise zu kämpfen hatten: Mit Prostituierten, Drogendealern, Besessenheit und Menschen allerhand sexueller Vergehen. Jetzt sind sie persönlich am Ende aber sind doch vor Gott für diese Gemeinden verantwortlich. Deshalb fragen sie unsere Gemeinde, wo wir ihnen helfen können. Wir werden helfen. Das wie ist noch nicht klar.
Aber eine Tatsache beeindruckt mich sehr. Es gibt viel Unkraut auf dem Missionsfeld und oft wächst bei allem Schlechten auch viel Gutes. Jesus sagt selbst, wir sollen nicht alles gleich ausreißen. Er leitet SEINE Leute. Und da haben Menschen mit wenig Ausbildung plötzlich enormen "Erfolg", den andere bei aller Anstrengung nicht annähernd haben. Ordnung muss sein und nicht jeder darf Pfaffe spielen. Aber die Form ist oft ganz verschieden. Gott handelt souverän und seine Wege sind nicht immer die einer rechtlich eingetragenen Missionsarbeit. Weihnachten passte auch nicht in den Plan, weder der römisch - säkularen Welt unter Herodes, noch der jüdischen mit ihren religiösen Leitern. Es passierte, weil Gott es so wollte.
Sie sind vor ca. 7 Jahren zum Glauben an Jesus Christus gekommen und gleich in eine Sekte geraten. In dieser Gruppe, einer Abspaltung von Pfingstlern aus den USA, haben sie recht schnell "Karriere" gemacht, wurden zu Kursen dorthin eingeladen und unter dem Motto "dem Herrn alles zu geben", haben sie ihr Geld mehr und mehr abgegeben. Schließlich wurde alles von ihnen verlangt. Da erst zögerten sie, weil ihr Gewissen ihnen etwas anderes sagte und sie inzwischen merkten, dass ihre Kinder langsam rebellisch wurden. Sie trennten sich von der Sekte, doch seitdem laufen Gerichtsverhandlungen in Ecuador wegen Grundstücksangelegenheiten und Verleumnungskampagnen gegen die Familie. Sie sind als Ehepaar am Ende. Sie fühlen sich persönlich verfolgt. Er ist Agraringenieur und dass er bei all dem Stress auch noch Zeit hat, für seine Familie Geld zu verdienen, ist ein Wunder.
Als sie sich von ihrer Sekte lösten, merkten sie, wie wenig sie von der Bibel wussten und meldeten sich auf einem pfingstlerischen theologischen Seminar an. Dort wuchsen, sie aber einer der Dozenten verkündigte die Befreiungstheologie. Er half ihnen aber, aus der Sekte raus zu kommen. In die politische Ecke wollte sie aber auch nicht abdriften. Deswegen kamen sie auf Anraten von Freunden zu uns in den Gottesdienst. Da fühlten sich nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Kinder gleich heimisch. Jetzt bitten sie um Hilfe aus zwei Gründen:
1) Persönliche Hilfe wegen der vielen Verletzungen. Sie brauchen auch persönlich mehr Bibelkenntnisse. Das Bisherige war viel zu wenig.
2) Was wird mit den 4 von ihnen gegründeten Gemeinden in Ecuador, zwei an der Küste, zwei im Hochland, alle zwischen 30 und gut 200 Mitgliedern? Aus einen 5. haben sie sich wegen der persönlichen Anschuldigungen zurückgezogen. Diese Gemeinden sind Ergebnis ihrer Arbeit in Ecuador und übriggeblieben aus dem Engagement der Sekte aus den USA. Es sind Gemeinden mit Laienpastoren, die noch viel weniger Ausbildung als dieses Ehepaar haben. Diese Gemeinden sind legal registriert und wachsen. Unser Ehepaar hat berichtet, mit welchen Problemen es zeitweise zu kämpfen hatten: Mit Prostituierten, Drogendealern, Besessenheit und Menschen allerhand sexueller Vergehen. Jetzt sind sie persönlich am Ende aber sind doch vor Gott für diese Gemeinden verantwortlich. Deshalb fragen sie unsere Gemeinde, wo wir ihnen helfen können. Wir werden helfen. Das wie ist noch nicht klar.
Aber eine Tatsache beeindruckt mich sehr. Es gibt viel Unkraut auf dem Missionsfeld und oft wächst bei allem Schlechten auch viel Gutes. Jesus sagt selbst, wir sollen nicht alles gleich ausreißen. Er leitet SEINE Leute. Und da haben Menschen mit wenig Ausbildung plötzlich enormen "Erfolg", den andere bei aller Anstrengung nicht annähernd haben. Ordnung muss sein und nicht jeder darf Pfaffe spielen. Aber die Form ist oft ganz verschieden. Gott handelt souverän und seine Wege sind nicht immer die einer rechtlich eingetragenen Missionsarbeit. Weihnachten passte auch nicht in den Plan, weder der römisch - säkularen Welt unter Herodes, noch der jüdischen mit ihren religiösen Leitern. Es passierte, weil Gott es so wollte.
Sonntag, 8. Dezember 2013
Big Brother is watching you
Das letzte Jahr hat der Hauptstadt Quito eine Menge kleiner Kameras beschert, die öffentliche Plätze und die Straßen überwachen. Nur weiß keiner so recht, was und wo überwacht wird. Die Kontrolle des Straßenverkehrs ist in den letzten Jahren deutlich verbessert worden. Seit Sommer 2013 gibt es regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen, wenn auch manchmal mit absurden Verkehrsschildern mit unterschiedlicher Angabe. Da muss noch Vieles reguliert werden. Aber die Strafen sind deutliche gestiegen. Bei mehr als 10 Std/km zu schnell landet man für 3 Tage im Gefängnis mit Punkten und einer hohen Geldbuße.
In den großen Städten sind es Kameras für Geschwindigkeitsüberschreitungen und bei bestimmten Ampeln. Es sind aber nicht die in Deutschland üblichen Kameras mit Blitzlicht und man weiß sofort, dass man erwischt wurde. So sind alle gespannt, was ihnen nächstes Jahr bei der jährlichen Anmeldung ihrer Fahrzeuge für Vergehen vorgehalten werden und wofür sie Strafe und Punkte kassieren. Manchmal verschlampt die Polizei das auch und man kommt erst nach Jahren dahinter, dann aber mit jährlicher Verdoppelung der Strafe wegen Nichtbezahlens.
Daneben werden auch die Plätze der Stadt und wichtige Punkte des Verbrechens der Städte videoüberwacht. So ist die Zahl der Verbrechen und der Überfälle allein in diesem Jahr in Quito um 15% zurückgegangen. Drogendealer wurden gefilmt, Banden, die Diebesgut verkauften oder Einbrüche verübten, wurden überführt. Allein in diesem Jahr wurden 170 Drogenverkäufer in nur 2 Monaten dingfest gemacht. Vor drei Jahren gab es im Land 500 Kameras, dieses Jahr 1600 und im Neuen Jahr werden es 4000 sein.
Hinter jeder Kamera steht dann bei der Polizei ein Bildschirm und Personal der Überwachung. Polizisten stehen als nicht mehr alleine an den Straßenkreuzungen zur Verkehrsregelung. Da hat die Stadt Ersatzpersonal als neue Verkehrsregler mit beschränkter Autorität eingestellt. Die wirklichen Polizisten sitzen zu einem Großteil am Bildschirm.
Die Überwachung ist aber nicht nur auf die Straßen beschränkt. Viele Busse haben solche Kameras. Bei Raubüberfall wird eine direkte Verbindung zur Polizei hergestellt. Auch jedes registrierte Taxi in Quito hat drei solcher Kameras, eine für den Fahrer, eine für die Fahrgäste vorne und eine hinten. Von jedem der drei Punkte aus kann man jederzeit einen Alarmknopf betätigen und sowohl der Fahrer als auch Passagiere sind dann sofort mit der Polizeizentrale verbunden. Hunderte von Bussen und viele tausend Taxis sind damit ausgerüstet. Jede Kamera ist mit einem UPS - Batterie versorgt, die auch im Notfall Strom zur Datenübertragung liefert.
Damit ist aber der Markt noch nicht erschöpft. Hausbesitzer sichern ihre Häuser und Grundstücke mit Kameras und Langzeitaufzeichnung. Ca. eine halbe Million dieser Geräte werden derzeit privat verkauft. Dadurch ist der Preis für eine gute Kamera auf 60 Dollar gesunken.
Videoüberwachung ist Mode geworden und zeigt ihre Früchte. Aber sollen wir dem gläsernen Menschen zustimmen? Die Entwicklung können wir nicht mehr zurückdrehen. Das Verbrechen wird aber weiter Wege finden. Aber wir alle hinterlassen viel mehr Spuren als wir ahnen. Wer sich von Freunden per Facebook in die Ferien verabschiedet, gibt aller Welt an, dass das Haus jetzt leer steht. Es bedarf nicht eines US-Nachrichtendienstes NSA, um uns gläsern zu machen. Per Internet geben wir täglich Tausende von Daten an alle Welt. Nur ein Weniger an solchen Daten kann uns schützen. Wer weniger Information in alle Welt gibt, hat weniger zu befürchten. Und wer sich an die Regeln des Straßenverkehrs hält, auch wenn viele Anweisungen hierzulande widersinnig sind, hat weniger zu befürchten.
Georg Orwell würde seinen 1949 veröffentlichten Zukunftsroman 1984 heute völlig anders schreiben müssen.
In den großen Städten sind es Kameras für Geschwindigkeitsüberschreitungen und bei bestimmten Ampeln. Es sind aber nicht die in Deutschland üblichen Kameras mit Blitzlicht und man weiß sofort, dass man erwischt wurde. So sind alle gespannt, was ihnen nächstes Jahr bei der jährlichen Anmeldung ihrer Fahrzeuge für Vergehen vorgehalten werden und wofür sie Strafe und Punkte kassieren. Manchmal verschlampt die Polizei das auch und man kommt erst nach Jahren dahinter, dann aber mit jährlicher Verdoppelung der Strafe wegen Nichtbezahlens.
Daneben werden auch die Plätze der Stadt und wichtige Punkte des Verbrechens der Städte videoüberwacht. So ist die Zahl der Verbrechen und der Überfälle allein in diesem Jahr in Quito um 15% zurückgegangen. Drogendealer wurden gefilmt, Banden, die Diebesgut verkauften oder Einbrüche verübten, wurden überführt. Allein in diesem Jahr wurden 170 Drogenverkäufer in nur 2 Monaten dingfest gemacht. Vor drei Jahren gab es im Land 500 Kameras, dieses Jahr 1600 und im Neuen Jahr werden es 4000 sein.
Hinter jeder Kamera steht dann bei der Polizei ein Bildschirm und Personal der Überwachung. Polizisten stehen als nicht mehr alleine an den Straßenkreuzungen zur Verkehrsregelung. Da hat die Stadt Ersatzpersonal als neue Verkehrsregler mit beschränkter Autorität eingestellt. Die wirklichen Polizisten sitzen zu einem Großteil am Bildschirm.
Die Überwachung ist aber nicht nur auf die Straßen beschränkt. Viele Busse haben solche Kameras. Bei Raubüberfall wird eine direkte Verbindung zur Polizei hergestellt. Auch jedes registrierte Taxi in Quito hat drei solcher Kameras, eine für den Fahrer, eine für die Fahrgäste vorne und eine hinten. Von jedem der drei Punkte aus kann man jederzeit einen Alarmknopf betätigen und sowohl der Fahrer als auch Passagiere sind dann sofort mit der Polizeizentrale verbunden. Hunderte von Bussen und viele tausend Taxis sind damit ausgerüstet. Jede Kamera ist mit einem UPS - Batterie versorgt, die auch im Notfall Strom zur Datenübertragung liefert.
Damit ist aber der Markt noch nicht erschöpft. Hausbesitzer sichern ihre Häuser und Grundstücke mit Kameras und Langzeitaufzeichnung. Ca. eine halbe Million dieser Geräte werden derzeit privat verkauft. Dadurch ist der Preis für eine gute Kamera auf 60 Dollar gesunken.
Videoüberwachung ist Mode geworden und zeigt ihre Früchte. Aber sollen wir dem gläsernen Menschen zustimmen? Die Entwicklung können wir nicht mehr zurückdrehen. Das Verbrechen wird aber weiter Wege finden. Aber wir alle hinterlassen viel mehr Spuren als wir ahnen. Wer sich von Freunden per Facebook in die Ferien verabschiedet, gibt aller Welt an, dass das Haus jetzt leer steht. Es bedarf nicht eines US-Nachrichtendienstes NSA, um uns gläsern zu machen. Per Internet geben wir täglich Tausende von Daten an alle Welt. Nur ein Weniger an solchen Daten kann uns schützen. Wer weniger Information in alle Welt gibt, hat weniger zu befürchten. Und wer sich an die Regeln des Straßenverkehrs hält, auch wenn viele Anweisungen hierzulande widersinnig sind, hat weniger zu befürchten.
Georg Orwell würde seinen 1949 veröffentlichten Zukunftsroman 1984 heute völlig anders schreiben müssen.
Sonntag, 1. Dezember 2013
Wir sind dem großen Ziel ein Stück näher
Es waren aufregende Tage im Kampf um die Wiedereröffnung des Hospitales von Shell. Und der Weg ist noch lang.
Zunächst ging es um die Finanzierung. Wer würde gerne mithelfen. Da gab es zwei wirkliche Bewerber, von denen der eine aber das Hospital besitzen wollte, ohne uns in seine weiteren Pläne einzuweihen. Das schien uns doch zu risikoreich. Er selbst sagte ab, weil er unseren Plänen einer offenen Zusammenarbeit nicht zustimmen wollte.
Blieb ein Christ aus der Ölindustrie übrig, der jetzt das Ganze kaufen will. Dazu hat er einen klaren Finanzplan über ca. 8 Monate vorgelegt. Und wir haben ein wenig Land mehr aushandeln dürfen. Von den insgesamt ca. 8 ha Land werden wir den wichtigen Teil kaufen können mit den Häusern für die Missionare für 3 Millionen Dollar. Es ist unglaublich, dass eine Firma dazu bereit ist, uns das Geld zu schenken. Jetzt muss nur noch der HCJB-Vorstand am 10. Dez. zustimmen. Da gibt es nur ein Hindernis: Unsere Stiftung hier in Ecuador steht noch nicht. Viele der Stiftungsmitglieder haben wenig Zeit. In wenigen Sitzungen haben wir die Satzungen zusammengeschrieben. Schwierigkeiten gab es bei der Eröffnung eines Bankkontos, das dafür Voraussetzung ist. Einige Banken verlangten Dokumente, die wir zu diesem Zeitpunkt nicht geben können. Die Stiftung wird offiziell im Gesundheitsministerium angemeldet werden. Das soll einen Monat dauern. Danach müssen alle Genehmigungen für den Betrieb des Hospitales neu eingeholt werden: Gesundheitsministerium für viele Details, Feuerwehr, Sozialkasse Kommission für Röntgensicherheit etc. alle müssen zustimmen.
Aber noch ist nicht sicher, ob der HCJB-Vorstand jetzt schon seine Zustimmung gibt. Es kann durchaus sein, dass es ihnen unsere Stiftung zu diesem Zeitpunkt noch zu unsicher und sie später entscheiden. Die nächste Vorstandssitzung ist aber erst im Mai 2014. Doch wir nehmen einmal an, dass sie bei solch einem Großprojekt durchaus eine Sitzung dazwischenschieben werden. Es gibt keinen weiteren Interessenten, auch wenn das staatliche Gesundheitsministerium schon seit Ende September verkündet hat, dass das Hospital Vozandes del Oriente ihr neues Gesundheitszentrum wird.
Jetzt geht es darum, welche Apparate und Instrumente die Mission aus dem Hospital für andere Arbeit braucht. Natürlich haben sie da Recht dazu, auch wenn es uns wehtun wird.
Was man dabei nicht sieht, sind unsere Gefühle und Spannungen. Die persönlichen Attacken haben sich gelegt. Wir werden nicht mehr angefeindet. Aber da ist ein neuer Vorstand, dessen Mitglieder sich immer noch gerne bedienen lassen und wenig Zeit haben. Da ist eine Unmenge Behördenkram zu erledigen. Wir erleben üble Nachrede, die uns an der Echtheit der finanziellen Unterstützung zweifeln lassen. Was, wenn wir einem Schwindler aufgeflogen sind? Wir sind von einem Menschen abhängig und noch haben wir kein Geld gesehen. Doch HCJB glaubt den Papieren, die er vorgelegt hat. Und wir beten mit ihm zusammen. Das gibt Grund zur Hoffnung. Und Gebetsunterstützung haben wir reichlich. Viele Menschen in aller Welt stehen hinter uns. Einer schrieb uns einen Traum, den er hatte. Er selbst wusste nicht, was das zu bedeuten hatte, sollte ihn aber uns schreiben. Er traf genau in unsere Tagessituation und half uns weiter. Gott bestätigt uns immer wieder, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Da machen uns die Rückschritte und Schwierigkeiten keine wirkliche Angst.
Danke für alle Verbindung.
Und noch einmal: Seit 2 Wochen sind wir keine HCJB-Missionare mehr. Den Groll über das plötzliche Abschneiden jeglicher Information, einem Computer, der so viele Verbindungen zum Netzwerk dieser Mission hatte und alles andere blockierte, haben wir überwunden. Es hat uns gezeigt, dass wir in erster Linie unseren Groll abbauen müssen. Vielen scheint der Kauf eines Missionshospitales für einen horrenden Preis zu viel. Gott richtet, nicht wir. Wir haben eine neue Freiheit erlangt und wissen, dass es wichtig ist, Feindbilder in uns selbst abzubauen. Wir werden auch in Zukunft mit HCJB zusammen arbeiten, dann aber auf Augenhöhe verhandeln. Andere HCJB Missionare arbeiten noch in Shell. So sind wir gespannt, wie es weiter geht.
In diesem Sinne schlagen wir ein neues Kapitel im Hospital in Shell, wie im Advent ein neues Kirchenjahr beginnt. Am Wichtigsten ist, wie wir umgestaltet werden.
Übrigens: Wir sind nach wie vor Missionare der Deutschen Missionsgemeinschaft. Das bleibt auch so. Wer uns unterstützen möchte, kann das derzeit über die DMG tun. Bitte unterscheidet aber genau, ob es persönliche Unterstützung (Vermerk: für Fam. E. Wolff) oder Hilfe für "Hospital Shell" ist. Im letzten Rundbrief vergaßen wir, auf die neuen Überweisungsbedingungen hinzuweisen. Das wollen wir hiermit nachholen. Danke für alle Begleitung für die Menschen der Region um Shell, die uns täglich Horrorgeschichten über die Qualität der ärztlichen Versorgung berichten.
Volksbank Kraichgau (BLZ 672 922 02)
Konto # 269 204 oder über DMG Stiftung bei gleicher Bank # 111 1116
IBAN DE02 6729 2200 0000 2692 04
BIC GENODE61WIE
Zunächst ging es um die Finanzierung. Wer würde gerne mithelfen. Da gab es zwei wirkliche Bewerber, von denen der eine aber das Hospital besitzen wollte, ohne uns in seine weiteren Pläne einzuweihen. Das schien uns doch zu risikoreich. Er selbst sagte ab, weil er unseren Plänen einer offenen Zusammenarbeit nicht zustimmen wollte.
Blieb ein Christ aus der Ölindustrie übrig, der jetzt das Ganze kaufen will. Dazu hat er einen klaren Finanzplan über ca. 8 Monate vorgelegt. Und wir haben ein wenig Land mehr aushandeln dürfen. Von den insgesamt ca. 8 ha Land werden wir den wichtigen Teil kaufen können mit den Häusern für die Missionare für 3 Millionen Dollar. Es ist unglaublich, dass eine Firma dazu bereit ist, uns das Geld zu schenken. Jetzt muss nur noch der HCJB-Vorstand am 10. Dez. zustimmen. Da gibt es nur ein Hindernis: Unsere Stiftung hier in Ecuador steht noch nicht. Viele der Stiftungsmitglieder haben wenig Zeit. In wenigen Sitzungen haben wir die Satzungen zusammengeschrieben. Schwierigkeiten gab es bei der Eröffnung eines Bankkontos, das dafür Voraussetzung ist. Einige Banken verlangten Dokumente, die wir zu diesem Zeitpunkt nicht geben können. Die Stiftung wird offiziell im Gesundheitsministerium angemeldet werden. Das soll einen Monat dauern. Danach müssen alle Genehmigungen für den Betrieb des Hospitales neu eingeholt werden: Gesundheitsministerium für viele Details, Feuerwehr, Sozialkasse Kommission für Röntgensicherheit etc. alle müssen zustimmen.
Aber noch ist nicht sicher, ob der HCJB-Vorstand jetzt schon seine Zustimmung gibt. Es kann durchaus sein, dass es ihnen unsere Stiftung zu diesem Zeitpunkt noch zu unsicher und sie später entscheiden. Die nächste Vorstandssitzung ist aber erst im Mai 2014. Doch wir nehmen einmal an, dass sie bei solch einem Großprojekt durchaus eine Sitzung dazwischenschieben werden. Es gibt keinen weiteren Interessenten, auch wenn das staatliche Gesundheitsministerium schon seit Ende September verkündet hat, dass das Hospital Vozandes del Oriente ihr neues Gesundheitszentrum wird.
Jetzt geht es darum, welche Apparate und Instrumente die Mission aus dem Hospital für andere Arbeit braucht. Natürlich haben sie da Recht dazu, auch wenn es uns wehtun wird.
Was man dabei nicht sieht, sind unsere Gefühle und Spannungen. Die persönlichen Attacken haben sich gelegt. Wir werden nicht mehr angefeindet. Aber da ist ein neuer Vorstand, dessen Mitglieder sich immer noch gerne bedienen lassen und wenig Zeit haben. Da ist eine Unmenge Behördenkram zu erledigen. Wir erleben üble Nachrede, die uns an der Echtheit der finanziellen Unterstützung zweifeln lassen. Was, wenn wir einem Schwindler aufgeflogen sind? Wir sind von einem Menschen abhängig und noch haben wir kein Geld gesehen. Doch HCJB glaubt den Papieren, die er vorgelegt hat. Und wir beten mit ihm zusammen. Das gibt Grund zur Hoffnung. Und Gebetsunterstützung haben wir reichlich. Viele Menschen in aller Welt stehen hinter uns. Einer schrieb uns einen Traum, den er hatte. Er selbst wusste nicht, was das zu bedeuten hatte, sollte ihn aber uns schreiben. Er traf genau in unsere Tagessituation und half uns weiter. Gott bestätigt uns immer wieder, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Da machen uns die Rückschritte und Schwierigkeiten keine wirkliche Angst.
Danke für alle Verbindung.
Und noch einmal: Seit 2 Wochen sind wir keine HCJB-Missionare mehr. Den Groll über das plötzliche Abschneiden jeglicher Information, einem Computer, der so viele Verbindungen zum Netzwerk dieser Mission hatte und alles andere blockierte, haben wir überwunden. Es hat uns gezeigt, dass wir in erster Linie unseren Groll abbauen müssen. Vielen scheint der Kauf eines Missionshospitales für einen horrenden Preis zu viel. Gott richtet, nicht wir. Wir haben eine neue Freiheit erlangt und wissen, dass es wichtig ist, Feindbilder in uns selbst abzubauen. Wir werden auch in Zukunft mit HCJB zusammen arbeiten, dann aber auf Augenhöhe verhandeln. Andere HCJB Missionare arbeiten noch in Shell. So sind wir gespannt, wie es weiter geht.
In diesem Sinne schlagen wir ein neues Kapitel im Hospital in Shell, wie im Advent ein neues Kirchenjahr beginnt. Am Wichtigsten ist, wie wir umgestaltet werden.
Übrigens: Wir sind nach wie vor Missionare der Deutschen Missionsgemeinschaft. Das bleibt auch so. Wer uns unterstützen möchte, kann das derzeit über die DMG tun. Bitte unterscheidet aber genau, ob es persönliche Unterstützung (Vermerk: für Fam. E. Wolff) oder Hilfe für "Hospital Shell" ist. Im letzten Rundbrief vergaßen wir, auf die neuen Überweisungsbedingungen hinzuweisen. Das wollen wir hiermit nachholen. Danke für alle Begleitung für die Menschen der Region um Shell, die uns täglich Horrorgeschichten über die Qualität der ärztlichen Versorgung berichten.
Volksbank Kraichgau (BLZ 672 922 02)
Konto # 269 204 oder über DMG Stiftung bei gleicher Bank # 111 1116
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