Ich, Eckehart, erlebe eine gute Zeit mit Kapazitäten der Kinderorthopädie aus vielen Ländern. Sie sind Professoren an verschiedenen Universitäten und kommen einmal im Jahr zu uns - ein internationaler Austausch unter Federführung von Prof. Dr. James Gage aus St. Paul/ Minnessota.
Zwischendurch ist aber Haiti ein großes Thema in unserem Hospital in Quito, wo wir derzeit operieren. Wir sind dabei, ein neues Team für Haiti zusammen zu stellen. Vom 13. - 27. März werden wir wieder unterwegs sein, um im gleichen Baptistischen Hospital bei Port au Prince wie nach dem Erdbeben die Nacharbeit zu übernehmen. Wir werden nach Möglichkeit berichten. Diesmal sind die Informationswege hoffentlich besser. Nachdem das Erdbeben von Haiti vom 12. Jan. 2010 wohl die Tsumanikatastrophe Südostasiens von 2004 an Opfern übertroffen hat, müssen wir unseren "Nachbarn" in der Karibik bei der Nachbehandlung helfen. Wir erwarten viele Komplikationen wie Knochenvereiterungen der offenen Frakturen, sonstige Wundheilungsstörungen und viele andere medizinische Probleme. So werden wir mit Krankenschwestern, Ärzten und anderen Helfern in einer großen Gruppe reisen. Wir haben viele Spenden bekommen. Jetzt gilt es, die Mittel weise für denKauf von wichtigen, aber nicht luxuriösen Notwendigkeiten einzusetzen. Jetzt haben wir Vorbereitungszeit. Danke auch dieses Mal für alle Begleitung.
Ziel dieses Team ist ein Dreifaches:
1) Menschen dort konkret zu helfen.
2) Unser Team zu schulen für zuküftige Einsätze, denn wir brauchen Nachfolger, die uns ersetzen können.
3) Geistlicher Impuls, den jeder mit nach Hause nimmt und weiter gibt.
Danke für alle Begleitung auch dieses Mal.
Samstag, 13. Februar 2010
Und was ist nach Haiti?
Die Anteilnahme unserer Freunde am Haitiabenteuer war überwältigend. Wir haben das alles erst viel später realisiert. Viele standen hinter uns im Gebet. Klaudia hatte die Verbindungsarbeit übernommen und wurde überschwemmt von Briefen der Anteilnahme, die ich, Eckehart, erst nach einer Woche so langsam lesen kann. Warum aber jetzt eine Sendepause?
Erstens mussten wir als Team ein paar Tage nach der Anstrengung ausruhen. Kaum nach Hause gekommen, gibt es zwei neue Aufgaben. Der Pastor unserer Gemeinde in Quito hat den Vertrag nicht mehr verlängert und ist aus dem Team ausgeschieden. Plötzlich werden wir wieder mehr gebraucht. Den Februar über habe ich, Eckehart, Predigdienst in San Marcos. Und zum anderen war sowieso geplant, im Februar in Quito zu bleiben für unser alljährliches Programm der zerebralgeschädigten Kinder mit 12 Professoren der Kinderorthopädie aus den USA, Kolumbien, Venezuela und Chile. Es ist das 16. Jahr. 3 Wochen lang operieren wir diese Kinder und wir Andenwölffe organisieren das Treffen. Da ist Katerine ein zerebralgeschädigtes Mädchen, das keine Schule aufgenommen hat, das die Eltern zu Hause Lesen und Schreiben lehren, die aber zusätzlich eine begnadete Klavierspielerin ist und eine Karriere vor sich hat. Vor einem Jahr operiert, hat die 13 - Jährige wieder das Laufen gelernt. Jetzt wurde das andere Bein operiert. Eine ganze Familie fiebert bei diesem Talent mit.
Und da ist Cristina, heute 12 Jahre alt. Sie fiel vor einigen Jahren aus dem 6. Stockwerk auf Beton und überlebte. Jeder im Hospital Vozandes kennt sie. Sie konnte danach nicht mehr laufen. Eine Familie, die nicht aufgab und viele Operationen haben ihr mehr als nur das Laufen ermöglicht. Solche Familien und viele mehr sind derzeit in unserem besonderen Interesse. Deswegen wenig Möglichkeit zu berichten.
Erstens mussten wir als Team ein paar Tage nach der Anstrengung ausruhen. Kaum nach Hause gekommen, gibt es zwei neue Aufgaben. Der Pastor unserer Gemeinde in Quito hat den Vertrag nicht mehr verlängert und ist aus dem Team ausgeschieden. Plötzlich werden wir wieder mehr gebraucht. Den Februar über habe ich, Eckehart, Predigdienst in San Marcos. Und zum anderen war sowieso geplant, im Februar in Quito zu bleiben für unser alljährliches Programm der zerebralgeschädigten Kinder mit 12 Professoren der Kinderorthopädie aus den USA, Kolumbien, Venezuela und Chile. Es ist das 16. Jahr. 3 Wochen lang operieren wir diese Kinder und wir Andenwölffe organisieren das Treffen. Da ist Katerine ein zerebralgeschädigtes Mädchen, das keine Schule aufgenommen hat, das die Eltern zu Hause Lesen und Schreiben lehren, die aber zusätzlich eine begnadete Klavierspielerin ist und eine Karriere vor sich hat. Vor einem Jahr operiert, hat die 13 - Jährige wieder das Laufen gelernt. Jetzt wurde das andere Bein operiert. Eine ganze Familie fiebert bei diesem Talent mit.
Und da ist Cristina, heute 12 Jahre alt. Sie fiel vor einigen Jahren aus dem 6. Stockwerk auf Beton und überlebte. Jeder im Hospital Vozandes kennt sie. Sie konnte danach nicht mehr laufen. Eine Familie, die nicht aufgab und viele Operationen haben ihr mehr als nur das Laufen ermöglicht. Solche Familien und viele mehr sind derzeit in unserem besonderen Interesse. Deswegen wenig Möglichkeit zu berichten.
Samstag, 30. Januar 2010
Nachklang Haiti Januar 2010
Wir sind wieder zuhause und ich bereite mich auf den OP Marathon für behinderte Kinder für 3 Wochen im Februar vor. Gott ist gnädig und hat mir einige Tage in Shell geschenkt, um dort Einiges in Ordnung zu bringen. Am Sonntag geht es nach Quito und am Montag geht es weiter mit vielen Ärzten aus ganz Amerika.
Die Antwort auf ein paar e-mails aus Haiti war überwältigend. So viele Menschen haben für dieses Land gebetet und gespendet. Jetzt gilt es, das Geld gut anzulegen. Es einfach den Menschen dort in die Hand zu drücken wäre falsch. Das haben sie in der Vergangenheit oft genug erlebt, daran sind sie gewöhnt.
Wir wollen zuerst einmal die wirklichen nationalen Helden nennen, die wir getroffen haben. Da sind die beiden übrig gebliebenen Ärzte des Hospitales, die drei Tage lang ohne zu schlafen Patienten aufgenommen und notdürftig betreut haben. Nach einem Tag Pause, als unser Team eintraf, waren sie wieder da. Wie ihr Zuhause aussieht, wissen wir nicht. Dann sind da zwei Medizinstudenten ganz am Anfang des Studiums, Sie haben uns zur Seite gestanden uns übersetzt, Instrumente gereicht und Vieles andere mehr. Sie kamen morgens etwas später, weil ihr Bus nicht früher ging, aber sie blieben manchmal bis Mitternacht. Da waren die Missionare der Baptistischen Mission, die normalerweise nicht in OP beschäftigt sind. Die eine hat bei der Vorbereitung der Sterilisation geholfen, hat organisiert. Ein Missioniar hat die beiden Steries bedient, auch ca 16 Std am Tag. Und da war das große Vorbild Mamma Kafa. Sie bereitet alles für die Ops vor, im Durchschnitt eine Operation pro Werktag. Sie ist 82 Jahre alt. Ihr Haus ist zerstört. Sie schlief in der Nähe des Hospitales in der Kälte, bis wir das merkten und ihr eine Decke gaben. Sie war ohne Klage von morgens 8.00 bis nach Mitternacht da und beschäftigt, alle Geräte für die Operationen vorzubereiten, was wir ihr gaben. Nebenbei hat sie mit Patienten gebetet, uns bei der Morgenandacht Mut gemacht und mit und für uns gesungen. Das sind die wahren Helden dieses Erdbebens. Einheimische, die auch nach unserer Zeit noch mehr als volle Arbeit leisten.
Wir haben beschlossen, dass wir diese Menschen nicht alleine lassen werden. Ende März oder Anfang April wollen wir in kleinen Gruppen nochmals dort aushelfen.
Die Antwort auf ein paar e-mails aus Haiti war überwältigend. So viele Menschen haben für dieses Land gebetet und gespendet. Jetzt gilt es, das Geld gut anzulegen. Es einfach den Menschen dort in die Hand zu drücken wäre falsch. Das haben sie in der Vergangenheit oft genug erlebt, daran sind sie gewöhnt.
Wir wollen zuerst einmal die wirklichen nationalen Helden nennen, die wir getroffen haben. Da sind die beiden übrig gebliebenen Ärzte des Hospitales, die drei Tage lang ohne zu schlafen Patienten aufgenommen und notdürftig betreut haben. Nach einem Tag Pause, als unser Team eintraf, waren sie wieder da. Wie ihr Zuhause aussieht, wissen wir nicht. Dann sind da zwei Medizinstudenten ganz am Anfang des Studiums, Sie haben uns zur Seite gestanden uns übersetzt, Instrumente gereicht und Vieles andere mehr. Sie kamen morgens etwas später, weil ihr Bus nicht früher ging, aber sie blieben manchmal bis Mitternacht. Da waren die Missionare der Baptistischen Mission, die normalerweise nicht in OP beschäftigt sind. Die eine hat bei der Vorbereitung der Sterilisation geholfen, hat organisiert. Ein Missioniar hat die beiden Steries bedient, auch ca 16 Std am Tag. Und da war das große Vorbild Mamma Kafa. Sie bereitet alles für die Ops vor, im Durchschnitt eine Operation pro Werktag. Sie ist 82 Jahre alt. Ihr Haus ist zerstört. Sie schlief in der Nähe des Hospitales in der Kälte, bis wir das merkten und ihr eine Decke gaben. Sie war ohne Klage von morgens 8.00 bis nach Mitternacht da und beschäftigt, alle Geräte für die Operationen vorzubereiten, was wir ihr gaben. Nebenbei hat sie mit Patienten gebetet, uns bei der Morgenandacht Mut gemacht und mit und für uns gesungen. Das sind die wahren Helden dieses Erdbebens. Einheimische, die auch nach unserer Zeit noch mehr als volle Arbeit leisten.
Wir haben beschlossen, dass wir diese Menschen nicht alleine lassen werden. Ende März oder Anfang April wollen wir in kleinen Gruppen nochmals dort aushelfen.
Dienstag, 26. Januar 2010
Heimreise, 25 und 26. Jan 2010
Wir sitzen in einer Turbotropmaschine auf dem Weg nach Fort Lauderdale in Florida. Der Rückflug dauert mehr als doppelt so lange. Der Morgen war ein herzlicher Abschied vom liebgewordenen Team. Wir haben ausgetauscht und Abschied genommen. Jeder von uns hat eine Menge gelernt und wir haben mit 116 Operationen als Gemeinschaft den Menschen geholfen. Es war eine Gemeinschaft von Krisen erprobten Schwestern und Ärzten. Sie alle haben schon im Sudan, In Impfondo/Congo und bei anderen Katastrophen mitgeholfen.
Dann war noch ein wenig Zeit. Ich habe noch eine Patienten mit Oberschenkelfraktur operativ versorgen können. Derweil packten die anderen die Koffer ins Auto und ab ging es durch die verstopfte Stadt (Montagvormittag) zum Flughafen. Außer ein Paar Polizisten, die versuchten, den Verkehr zu regeln, war nichts normal. Die Stadt ist ein Chaos. Hier und da beginnen Trümmer und zerstörte Gebäude wegzuräumen. Die Binnenstruktur des Staates funktioniert nicht. Wir fahren durch den UN-Eingang zum Flughafen. Hier viele Hilfsorganisationen. Ich kann kurz mit den Johannitern in ihrem Zelt sprechen. Sie haben mobile Teams um die Stadt herum, kommen aber nachts dann doch in die Sicherheit zurück. Wir passieren ungestört die UN-Kontrolle Kontrolle, weil wir Weiße sind und fahren auf das Fugfeld. Kein Stempel im Pass. Aber der Flughafen ist in Ordnung. Das US-Militär hat alles geregelt. Immer wieder die Hubschrauber der US-Navy. Sie bringen Verletzte zum Flugzeugträger in der Bucht, derzeit ein Hospitalschiff mit 700 Betten.
Abflug nach Florida, aber Zwischenlandung in Providential Islands zum Tanken. Dort treffen wir Weltenbummler, in Ehepaar aus Canada, die mit ihrer kleinen Cessna unterwegs sind, Leute von der Nasa. Ein kurzer Austausch. Alle wollen wissen, was in Haiti wirklich los ist.
Resumee:
Haiti ist ein bitter armes Land. Es ist abgeholzt und in großer Teilen wüst und leer. Die Flüssen spülen das bisschen fruchtbare Erde ins Meer. Es ist eine fast rein schwarze Bevölkerung. Zurecht wird es das Armenhaus Lateinamerikas genannt. Die Region um das Baptistische Hospital ist eine der wenigen reichen Gegenden um die Hauptstadt. Die Missionare haben seit 60 Jahren den Menschen gezeigt, wie man in Terrassen anbaut, die Erde befestigt und so zu einem gewissen Wohlstand kommt. So sticht diese kleine Region heraus. Außerdem haben sie für Schulen und Ausbildung gesorgt - auch ein Gegensatz zum sonstigen Land. Noch nie in meinem Leben habe ich so einen positiven Einfluss einer Missionsarbeit gesehen wie hier.,
Wir haben kleine Kinder und viele Erwachsene behandelt, aber wenig Jugendliche. Das Erdbeben fand gegen 16.00 statt. Die Schulen haben wie in vielen Ländern drei Schichten und viele Schulen sind öffentliche Gebäude, die wegen Baumängel (Korruption beim Bau) eingestürzt sind. Es scheint überdurchschnittlich viele Kinder und Jugendliche getroffen zu haben
Das Land wir über Jahre weitere Hilfe brauchen. Als eines der korruptesten Amerikas ist nun das Zentrum, der Korruption, nämlich die Regierung lahm gelegt worden. Die Menschen im Stadtzentrum sind in mancher Hinsicht wie Tiere. Hilfslieferungen wagen sich nicht hinein. Die Menschen stürmen die Lastwagen, also wird während der Fahrt abgeworfen.
Es besteht wenig Interesse an Hygiene. Jeder wirft seinen Dreck auf die Straße oder in den Fluss, der vielen als Trinkwasserquelle dient. In Kürze werden Seuchen ausbrechen. Wir haben schon Typhuspatienten behandelt.
Haiti erhält seit vielen Jahren Hilfe von außen. Das Erdbeben wird diese Abhängigkeit nur noch verstärken. Wo sind ehrliche Menschen, die endlich so viele sind, dass es zu einer wirklichen Wende kommt? Ein Land voll Finsternis und Voodookult braucht einen geistlichen Wandel. Dazu kommen die Folgen der Sklaverei. Wir haben in der ganzen Zeit nicht einen weißen Einwohner Haitis zu Gesicht bekommen. Haiti ist wie ein Mischvolk Afrikas wie etwa Liberia. Und da geht es ja auch nicht besonders rosig zu. Die wirkliche Wende muss von den Haitianern selbst kommen.
Wir vom Desasterteam unserer Mission sind jedenfalls am Überlegen, ob wir nicht in etwa 6 - 12 Wochen nochmals für ca 14 Tage zurück kommen können, um zu helfen, wenn alle anderen gegangen sind und die Folgen noch lange nicht verheilt sind.
Überwältigt sind von der Flut der Gebete und auch Gaben, die diese Arbeit hier möglich gemacht haben. Danke für alles mit Durchtragen!!!!! Wir sind sehr oft an unsere Grenzen gekommen. Unser mitgebrachtes Material aus Ecuador hat gereicht bis der Nachschub kam, Als das Wasser ausging, hat unser Wasseringenieur das System reparieren können. Später kam zur rechten Zeit die Wasseraufbereitungsanlage. Nach 3 ersten, erschöpfenden Tagen kamen weitere Helfer. Gott hat uns zur rechten Zeit das Richtige geschenkt.
Wir haben als Teil eines Teams von Samaritan´s Purse (S.P.) gearbeitet. Mit uns im Team waren für ein paar Tage Ex Senator Dr. Bob Frist, der Gründer von S.P, der das Werk dann an Franklin Graham abgab. Mir hat Dr. Richard Forman im OP assistiert, der Gründer von World Medical Mission, sowie Dr. Paul Osteen, Chirurg und Pfarrer aus Houston, der wohl größten Kirchengemeinde der USA. Während unserer Zusammenarbeit ist der Plan gereift, das S.P. sich jetzt mehr in Katastrophenarbeit engagieren wird. Wir werden zusammen jetzt einen Plan zur Bildung eines Einsatzteams und Zelthospitals ausarbeiten. HCJB kann Personal stellen, S.P. Zelte und Logistik und später Ärzte und besonders Schwestern. Das nächste Erdbeben, die nächste Flutwelle kommt bestimmt.
Dann war noch ein wenig Zeit. Ich habe noch eine Patienten mit Oberschenkelfraktur operativ versorgen können. Derweil packten die anderen die Koffer ins Auto und ab ging es durch die verstopfte Stadt (Montagvormittag) zum Flughafen. Außer ein Paar Polizisten, die versuchten, den Verkehr zu regeln, war nichts normal. Die Stadt ist ein Chaos. Hier und da beginnen Trümmer und zerstörte Gebäude wegzuräumen. Die Binnenstruktur des Staates funktioniert nicht. Wir fahren durch den UN-Eingang zum Flughafen. Hier viele Hilfsorganisationen. Ich kann kurz mit den Johannitern in ihrem Zelt sprechen. Sie haben mobile Teams um die Stadt herum, kommen aber nachts dann doch in die Sicherheit zurück. Wir passieren ungestört die UN-Kontrolle Kontrolle, weil wir Weiße sind und fahren auf das Fugfeld. Kein Stempel im Pass. Aber der Flughafen ist in Ordnung. Das US-Militär hat alles geregelt. Immer wieder die Hubschrauber der US-Navy. Sie bringen Verletzte zum Flugzeugträger in der Bucht, derzeit ein Hospitalschiff mit 700 Betten.
Abflug nach Florida, aber Zwischenlandung in Providential Islands zum Tanken. Dort treffen wir Weltenbummler, in Ehepaar aus Canada, die mit ihrer kleinen Cessna unterwegs sind, Leute von der Nasa. Ein kurzer Austausch. Alle wollen wissen, was in Haiti wirklich los ist.
Resumee:
Haiti ist ein bitter armes Land. Es ist abgeholzt und in großer Teilen wüst und leer. Die Flüssen spülen das bisschen fruchtbare Erde ins Meer. Es ist eine fast rein schwarze Bevölkerung. Zurecht wird es das Armenhaus Lateinamerikas genannt. Die Region um das Baptistische Hospital ist eine der wenigen reichen Gegenden um die Hauptstadt. Die Missionare haben seit 60 Jahren den Menschen gezeigt, wie man in Terrassen anbaut, die Erde befestigt und so zu einem gewissen Wohlstand kommt. So sticht diese kleine Region heraus. Außerdem haben sie für Schulen und Ausbildung gesorgt - auch ein Gegensatz zum sonstigen Land. Noch nie in meinem Leben habe ich so einen positiven Einfluss einer Missionsarbeit gesehen wie hier.,
Wir haben kleine Kinder und viele Erwachsene behandelt, aber wenig Jugendliche. Das Erdbeben fand gegen 16.00 statt. Die Schulen haben wie in vielen Ländern drei Schichten und viele Schulen sind öffentliche Gebäude, die wegen Baumängel (Korruption beim Bau) eingestürzt sind. Es scheint überdurchschnittlich viele Kinder und Jugendliche getroffen zu haben
Das Land wir über Jahre weitere Hilfe brauchen. Als eines der korruptesten Amerikas ist nun das Zentrum, der Korruption, nämlich die Regierung lahm gelegt worden. Die Menschen im Stadtzentrum sind in mancher Hinsicht wie Tiere. Hilfslieferungen wagen sich nicht hinein. Die Menschen stürmen die Lastwagen, also wird während der Fahrt abgeworfen.
Es besteht wenig Interesse an Hygiene. Jeder wirft seinen Dreck auf die Straße oder in den Fluss, der vielen als Trinkwasserquelle dient. In Kürze werden Seuchen ausbrechen. Wir haben schon Typhuspatienten behandelt.
Haiti erhält seit vielen Jahren Hilfe von außen. Das Erdbeben wird diese Abhängigkeit nur noch verstärken. Wo sind ehrliche Menschen, die endlich so viele sind, dass es zu einer wirklichen Wende kommt? Ein Land voll Finsternis und Voodookult braucht einen geistlichen Wandel. Dazu kommen die Folgen der Sklaverei. Wir haben in der ganzen Zeit nicht einen weißen Einwohner Haitis zu Gesicht bekommen. Haiti ist wie ein Mischvolk Afrikas wie etwa Liberia. Und da geht es ja auch nicht besonders rosig zu. Die wirkliche Wende muss von den Haitianern selbst kommen.
Wir vom Desasterteam unserer Mission sind jedenfalls am Überlegen, ob wir nicht in etwa 6 - 12 Wochen nochmals für ca 14 Tage zurück kommen können, um zu helfen, wenn alle anderen gegangen sind und die Folgen noch lange nicht verheilt sind.
Überwältigt sind von der Flut der Gebete und auch Gaben, die diese Arbeit hier möglich gemacht haben. Danke für alles mit Durchtragen!!!!! Wir sind sehr oft an unsere Grenzen gekommen. Unser mitgebrachtes Material aus Ecuador hat gereicht bis der Nachschub kam, Als das Wasser ausging, hat unser Wasseringenieur das System reparieren können. Später kam zur rechten Zeit die Wasseraufbereitungsanlage. Nach 3 ersten, erschöpfenden Tagen kamen weitere Helfer. Gott hat uns zur rechten Zeit das Richtige geschenkt.
Wir haben als Teil eines Teams von Samaritan´s Purse (S.P.) gearbeitet. Mit uns im Team waren für ein paar Tage Ex Senator Dr. Bob Frist, der Gründer von S.P, der das Werk dann an Franklin Graham abgab. Mir hat Dr. Richard Forman im OP assistiert, der Gründer von World Medical Mission, sowie Dr. Paul Osteen, Chirurg und Pfarrer aus Houston, der wohl größten Kirchengemeinde der USA. Während unserer Zusammenarbeit ist der Plan gereift, das S.P. sich jetzt mehr in Katastrophenarbeit engagieren wird. Wir werden zusammen jetzt einen Plan zur Bildung eines Einsatzteams und Zelthospitals ausarbeiten. HCJB kann Personal stellen, S.P. Zelte und Logistik und später Ärzte und besonders Schwestern. Das nächste Erdbeben, die nächste Flutwelle kommt bestimmt.
Sonntag, 24. Januar 2010
Der Patientenstrom reisst nicht ab
Die Spannung im Hospital ist weniger. Viele Patienten sind entlassen worden. Von den Patienten, die bei unserem Eintreffen hier waren, sind mehr als 2/3 inzwischen gegangen. Vielen kommen natürlich in regelmäßigen Abständen zu Verbandswechsel und Kontrollen. Jetzt reißt der Strom der Neuankömmlinge nicht ab. Jeder Tag kommen so 15 Neue, die meisten mit Oberschenkelfrakturen. Und sie erzählen Schauergeschichten, wie die 24 - jährige Frau, die ganz verstört kam und die Stacheln stellte. Sie erzählte dann, dass sie seit Tagen kaum etwas zu essen bekommen hatte. Als das Erdbeben geschah, war sie im dritten Stock ihres Hauses und sie erlebte nacheinander, wie der dritte Stock auf den zweiten und den ersten aufschlug und unter ihr die ganze 6 - köpfige Familie begrub, darunter ihre 4 Kinder. Sie ist die einzige Überlebende.
Mitten hinein kam die Nachricht, dass wir abgelöst werden. Ein weiteres Team ist unterwegs. Wir sollen zum Debriefing in die USA. Das ist Order von oben, die keiner versteht, sind wir doch als Team nun eben gut eingearbeitet. Das tut weh, plötzlich alles hier zu lassen. Dann wieder die Nachricht, dass es morgen doch keinen Flug geben soll. Wir sind gespannt. Zumindest sind unsere Koffer schnell gepackt. Wir richten uns mal auf einige Tage mehr ein, merken aber doch, dass die Batterien so langsam leerer werden. Wir wollen keinen Abend mehr bis Mitternacht im Hospital sein. Die Not darf nicht alleine unseren Arbeitsalltag bestimmen. Und doch läuft es jetzt wie am Schnürchen. Heute haben wir neben anderen Verletzungen 5 Oberschenkel mit Platten versorgt.
Erfrischend war heute die eine Std. Pause em Vormittag beim Gottesdienst mit herrlichem Gesang - eben afrikanisch. Und nebenbei bemerkt: Wir haben in der ganzen Zeit bisher vergeblich nach einem weißen Haitianer Ausschau gehalten. Bisher werden alle schwarz. Die einzigen Weißen sind die Missionare und eben wir als Besucher.
Mitten hinein kam die Nachricht, dass wir abgelöst werden. Ein weiteres Team ist unterwegs. Wir sollen zum Debriefing in die USA. Das ist Order von oben, die keiner versteht, sind wir doch als Team nun eben gut eingearbeitet. Das tut weh, plötzlich alles hier zu lassen. Dann wieder die Nachricht, dass es morgen doch keinen Flug geben soll. Wir sind gespannt. Zumindest sind unsere Koffer schnell gepackt. Wir richten uns mal auf einige Tage mehr ein, merken aber doch, dass die Batterien so langsam leerer werden. Wir wollen keinen Abend mehr bis Mitternacht im Hospital sein. Die Not darf nicht alleine unseren Arbeitsalltag bestimmen. Und doch läuft es jetzt wie am Schnürchen. Heute haben wir neben anderen Verletzungen 5 Oberschenkel mit Platten versorgt.
Erfrischend war heute die eine Std. Pause em Vormittag beim Gottesdienst mit herrlichem Gesang - eben afrikanisch. Und nebenbei bemerkt: Wir haben in der ganzen Zeit bisher vergeblich nach einem weißen Haitianer Ausschau gehalten. Bisher werden alle schwarz. Die einzigen Weißen sind die Missionare und eben wir als Besucher.
Es ist wie Weihnachten, 23.Jan. 2010
Gestern kam einen zwei kleine Lastwagen- Sendung mit Nachschub, aber die Platten waren nicht dabei, Dafür hat sie aber jemand heute Nacht gebracht und wir siue gleich um 6.00 ausgepackt: Eine Riesenspende von Synthes, viele Instrumente für ganz spezielle Eingriffe, alles vom Feinsten, aber wenige Platten für Osteosythesen. Aber wir konnten wenigstens loslegen. Heute kamen 13 neue Patienten aus der Stadt, die die Nachricht gehört hatten. Sie kamen mit Taxi, Bus und auf LKW die Holperstraße zu uns herauf und das mit Ober- und Unterschenkelfrakturen und ohne Gips. Einige von ihnen haben wir heute sofort operiert. Die leuchtenden, dankbaren Augen und das von Herzen kommende "Merci" waren Lohn für die Anstrengung. Eine 14-Jährige hat mich umarmt und wollte gar nicht mehr loslassen vor Glück Sie liegt nun schon seit 11 Tagen irgendwo herum ohne wirkliche Hilfe. Jetzt ist sie operiert und auf dem Weg der Besserung. Auch durch das Team ist ein Ruck gegangen.
Spannung haben wir aber im Hospital gehabt. Die aus der "Unterstadt" sind hier nicht so gut angesehen und Patienten, die seit Tagen auf die Op warten weil ihr Blutdruck immer noch über 200 ist sind offensichtlich sauer, weil die Neuankömmlinge ihnen zuvor kommen. Und man merkt das sofort. Die Menschen hier reagieren höchst emotional. Wie oft meinten wir schon Streit schlichten zu müssen, dabei haben zwei sich nur ganz normal unterhalten.
Spannend ist auch die geistliche Seite. Viele Menschen, die bisher vom Glauben nicht wissen wollten, sind auf einmal offen geworden für das Evangelium. Unsere Pastoren erzählen und täglich von vielen Entscheidungen fürs Leben. Die Katastrophenzeit ist auch Erntezeit.
Morgen ist zwar Sonntag, aber für uns keine Pause, da weitere Patienten kommen werden und wir nicht wissen, wann wir das Land verlassen werden. Ein neues Team wird Anfang nächster Woche kommen und wir wissen nicht, wann es überhaupt Flüge nach draußen gibt.
Spannung haben wir aber im Hospital gehabt. Die aus der "Unterstadt" sind hier nicht so gut angesehen und Patienten, die seit Tagen auf die Op warten weil ihr Blutdruck immer noch über 200 ist sind offensichtlich sauer, weil die Neuankömmlinge ihnen zuvor kommen. Und man merkt das sofort. Die Menschen hier reagieren höchst emotional. Wie oft meinten wir schon Streit schlichten zu müssen, dabei haben zwei sich nur ganz normal unterhalten.
Spannend ist auch die geistliche Seite. Viele Menschen, die bisher vom Glauben nicht wissen wollten, sind auf einmal offen geworden für das Evangelium. Unsere Pastoren erzählen und täglich von vielen Entscheidungen fürs Leben. Die Katastrophenzeit ist auch Erntezeit.
Morgen ist zwar Sonntag, aber für uns keine Pause, da weitere Patienten kommen werden und wir nicht wissen, wann wir das Land verlassen werden. Ein neues Team wird Anfang nächster Woche kommen und wir wissen nicht, wann es überhaupt Flüge nach draußen gibt.
Eine Woche Arbeit in Haiti, 22. Jan
mmer wieder kleiner Nachbeben. Wieder einige Tote, die bei brüchigen Mauern und kleinen Erschütterungen umkamen. Wir hier oben etwa 3 - 4 km Luftlinie von der Innenstadt merken die Nachbeben kaum. Heute waren wir schon um 17.00 mit dem OP-Programm fertig. Die andere Ärzte und Schwestern machen noch Verbände und behandeln die neuen und ambulanten Patienten. Wir sind fast durch mit den wichtigsten Operationen. Morgen sollen endlich Platten und Schrauben ankommen. Ich hoffe, es kommt nicht wieder soviel unbrauchbares Zeugs wie die letzten Male. Wenigstens haben wir nun Gips für die nächsten 2 - 3 Tage.
Die freie Zeit habe ich mal schnell zum Wäschewaschen im Waschbecken genutzt und auch, um kurz Statistik zu machen:
1 Woche OP eines fantastischen Teams (Einheimische wie Besucher):
96 operierte Patienten, einige davon mit Mehrfachbehandlung:
14 x Fixierung der Frakturen durch perkutane Nägel + Gips
12 x Äußerer Fixateur
27 x große Wundreinigung
10 x Wundreinigung + Fixierung der Frakturen mit Pins
8 x Amputationen von Fingern oder mehr
4 x ausgerenkte Gelenke eingerenkt
4 x reine Fasziotomien
2 x offene Baucheingriffe
4 x Pins für Zugbehandlung an Beinen (Beckenfrakturen)
3 x intrameduläre Nägel
4 x Verplattungen
Das Team ist in bester Stimmung. Schwierig ist es manchmal mit den jungen Ärzten, die in diese Situation us - amerikanischen Standard bringen wollen uns einige Patienten überbehandeln. Wir haben auch Patienten verloren, einen durch vermutliche Lungen- Fettembolie, 1 durch fehlende Blutkonserven, 2 durch Nierenversagen nach Muskelquetschungen und 3 Hirnblutungen. Das ist viel aber unter diesen Umständen nicht anders zu machen.
Heute war eine Stimmung des Aufatmens. Die Pläne, in die Stadt runter zu gehen, um dort zu helfen, haben wir fallen gelassen. Es scheint dort genügend Ärzte, aber zu wenige Behandlungsmöglichkeiten zu geben. Wir bleiben hier. Die Flure unseres Hospitales sind leer, die Massenlager in Lagerräumen werden weniger. Jetzt ist die Zeit, neue Patienten aufzunehmen, sobald der versprochene Nachschub an Material morgen eingetroffen und die Möglichkeit des Patiententransportes geregelt ist.
Die freie Zeit habe ich mal schnell zum Wäschewaschen im Waschbecken genutzt und auch, um kurz Statistik zu machen:
1 Woche OP eines fantastischen Teams (Einheimische wie Besucher):
96 operierte Patienten, einige davon mit Mehrfachbehandlung:
14 x Fixierung der Frakturen durch perkutane Nägel + Gips
12 x Äußerer Fixateur
27 x große Wundreinigung
10 x Wundreinigung + Fixierung der Frakturen mit Pins
8 x Amputationen von Fingern oder mehr
4 x ausgerenkte Gelenke eingerenkt
4 x reine Fasziotomien
2 x offene Baucheingriffe
4 x Pins für Zugbehandlung an Beinen (Beckenfrakturen)
3 x intrameduläre Nägel
4 x Verplattungen
Das Team ist in bester Stimmung. Schwierig ist es manchmal mit den jungen Ärzten, die in diese Situation us - amerikanischen Standard bringen wollen uns einige Patienten überbehandeln. Wir haben auch Patienten verloren, einen durch vermutliche Lungen- Fettembolie, 1 durch fehlende Blutkonserven, 2 durch Nierenversagen nach Muskelquetschungen und 3 Hirnblutungen. Das ist viel aber unter diesen Umständen nicht anders zu machen.
Heute war eine Stimmung des Aufatmens. Die Pläne, in die Stadt runter zu gehen, um dort zu helfen, haben wir fallen gelassen. Es scheint dort genügend Ärzte, aber zu wenige Behandlungsmöglichkeiten zu geben. Wir bleiben hier. Die Flure unseres Hospitales sind leer, die Massenlager in Lagerräumen werden weniger. Jetzt ist die Zeit, neue Patienten aufzunehmen, sobald der versprochene Nachschub an Material morgen eingetroffen und die Möglichkeit des Patiententransportes geregelt ist.
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